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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Mon, 15 Jun 2026 17:06:32 +0200</pubDate><lastBuildDate>Mon, 15 Jun 2026 17:06:32 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://www.bdkj-wuerzburg.de/themen/jugendpolitik/bildung-ist-mehr-als-schule/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-45710</guid><pubDate>Fri, 27 Nov 2020 14:13:00 +0100</pubDate><title>„Bildung ist mehr als Schule“</title><link>https://www.bdkj-wuerzburg.de/detailansicht-nachrichten/ansicht/bildung-ist-mehr-als-schule-3/</link><description>Kirchliche Jugendarbeit bildet neue Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter aus – Schulungen coronabedingt als Online- oder Hybrid-Veranstaltungen – Präsenztage müssen teilweise nachgeholt werden</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg/Aschaffenburg/Volkersberg</strong>&nbsp;(POW) Insgesamt 61 Jugendliche aus dem Bistum Würzburg haben an den Gruppenleiterschulungen der Kirchlichen Jugendarbeit (kja) der Diözese Würzburg teilgenommen. Sieben von ihnen konnten die Ausbildung komplett abschließen. Alle anderen müssen, sobald es die gesetzlichen Vorgaben wieder zulassen, noch eine Präsenzveranstaltung absolvieren. Die insgesamt vier Gruppenleiterschulungen fanden aufgrund der Corona-Hygienevorschriften teils als Hybrid-Veranstaltung und teils als reine Onlineveranstaltung statt. „Nur durch den hohen persönlichen Einsatz unserer ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir trotz Lockdown Light so viele Jugendliche erreichen. Sie haben sehr flexibel auf die aktuellen Entwicklungen und Vorgaben reagiert und es geschafft, ein attraktives Schulungsprogramm anzubieten. Nachdem durch den ersten Lockdown beispielsweise alle Schulungen in den Osterferien ausgefallen waren, war es uns wichtig, zukünftige Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter auch in dieser Zeit zu unterstützen und zu qualifizieren“, sagt Annika Herzog, pädagogische Leiterin der kja.</p><p>Die Schulung für die Regionen Main-Spessart und Miltenberg wurde als Hybrid-Veranstaltung von den kja-Regionalstellen Main-Spessart und Miltenberg organisiert. Sieben Teilnehmer absolvierten die komplette Schulung, die aus einem Präsenzteil auf dem Volkersberg sowie Videokonferenzen bestand. Acht weitere Teilnehmer nahmen nur online an der Schulung teil, das Präsenzwochenende wird nachgeholt. Man habe das Beste aus der Situation gemacht, schreiben die Teamer: „Die Teilnehmer waren sehr motiviert und gut mit dabei, auch bei den Online-Formaten. In so einer Zeit ist es wichtig zu zeigen, dass Bildung mehr als Schule ist.“ Die Schulung sei trotz der Umstände „schön und informativ“ gewesen, so die Rückmeldung der Jugendlichen. „Ich habe viel gelernt, habe mich mit den anderen Teilnehmern richtig gut, verstanden und die Teamer waren auch nett“, lautete ein Fazit.</p><p>An der Hybrid-Veranstaltung für die Region Aschaffenburg nahmen 21 junge Frauen und Männer teil. Organisiert wurde sie von der kja-Regionalstelle Aschaffenburg zusammen mit dem Diözesanverband der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Beim Präsenztag im Aschaffenburger Martinushaus lernten die Teilnehmer verschiedene Methoden und Spiele kennen, sammelten erste Erfahrungen als Gruppenleiter und übten in Rollenspielen unterschiedliche Situationen. An den folgenden Tagen wurden die Inhalte unter anderem in digitaler Kleingruppenarbeit vermittelt. Der zweite Präsenztag musste aufgrund der Corona-Vorschriften entfallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. „Die Präsenztage sind sehr wichtig, da nicht alle Inhalte ausschließlich digital stattfinden können“, erklärt das Ausbilderteam. Doch habe sich das digitale Format besser bewährt als gedacht. So werde überlegt, auch künftig hybride Schulungsmodelle anzubieten, vor allem, solange die Corona-Pandemie anhält. Von Seiten der Teilnehmer gab es Lob: Man habe neues Wissen erworben und es sei abwechslungsreich gewesen.</p><p>Als reine Onlineveranstaltung fand eine weitere Gruppenleiterschulung mit insgesamt 16 Teilnehmern aus den Regionen Haßfurt, Main-Spessart, Schweinfurt und Würzburg statt. Organisiert wurde sie von der kja-Regionalstelle Würzburg und dem KjG-Diözesanverband. Rund zwei Drittel der Inhalte konnten auf diese Art abgedeckt werden, schreibt das Schulungsteam. Die Teilnehmer erhielten Informationen zu den Bereichen Motivation, Rechte und Pflichten, Strukturen und Finanzen, Medienpädagogik und Kommunikation sowie zu ihrer Rolle als künftige Gruppenleiter. Das Präsenzwochenende wird nachgeholt.</p><p>Als Hybrid-Veranstaltung organisierte die Diözesane Fachstelle Ministrant*innenarbeit eine Gruppenleiterschulung mit neun Teilnehmern. Bei einem Präsenztreffen im Kilianeum-Haus der Jugend in Würzburg lernten sich die Teilnehmer kennen und erfuhren Wissenswertes zu den Themen Leitungsstile und Spielepädagogik. Für die digitalen Schulungstage bekamen sie ein „Care-Paket“ mit. Es enthielt neben den Schulungsunterlagen auch Süßigkeiten und ein Mittagessen für jeden Tag – Nudeln und Soßen im Glas. „So konnte die Gruppe virtuell gemeinsam kochen und gemeinsam essen.“ Die Online-Einheiten befassten sich unter anderem mit Pädagogik, Planungsgrundlagen, Recht, Strukturen der Jugendarbeit und Öffentlichkeitsarbeit. Sobald es die rechtliche Lage wieder zulässt, wird ein Präsenzwochenende als Abschluss der Schulung veranstaltet. „Der Präsenztag war wichtig für uns und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, da ein Kennenlernen und der Aufbau einer Gruppe rein virtuell nicht funktioniert. Die persönliche Ebene, das Sehen und Erleben der anderen ist nur als reales Treffen möglich“, schreiben die Teamer. Es habe sich aber gezeigt, dass viele Inhalte auch digital gut vermittelt werden können. „Ein endgültiges Fazit steht noch aus, aber die Teilnehmer und Teamer haben die Woche als sehr gelungen und mit viel Freude, Spaß und neu gelernten Inhalten erlebt.“</p><p><em>V.i.S.d.P.: POW</em></p>]]></content:encoded><category>Bildung ist mehr als Schule</category><category>Startseite</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45159</guid><pubDate>Fri, 16 Oct 2020 09:59:29 +0200</pubDate><title>Bildung ist mehr als Schule!</title><link>https://www.bdkj-wuerzburg.de/detailansicht-nachrichten/ansicht/bildung-ist-mehr-als-schule-1/</link><description>BDKJ-Vorstand im Kontaktgespräch mit Staatssekretärin Anna Stolz.

Würzburg / Karlstadt, 02.10.2020
Am vergangenen Freitag trafen sich Vorstandsmitglieder des BDKJ-Diözesanverbands Würzburg zum Gespräch mit Anna Stolz, MdL und Staatssekretärin für Unterricht und Kultus. </description><content:encoded><![CDATA[<div><p>Mit Sorge blicken Träger der Jugendarbeit auf das aktuell eingeschränkte Angebot an außerschulischen Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Sebastian Dietz, Bernhard Lutz und Vanessa Eisert vom BDKJ-Diözesanvorstand sprachen deshalb mit Kultusstaatssekretärin Anna Stolz über die aktuellen Herausforderungen und Möglichkeiten für Schule und Jugendverbände.<br />Alle Beteiligten waren sich darüber einig, welche Bedeutung neben der schulischen auch der außerschulischen Bildung zukommt, sodass im Laufe des Gesprächs der Grundstein für eine zukünftig noch engere Zusammenarbeit im Rahmen eines Bildungsprojektes gelegt werden konnte.<br />Staatssekretärin Anna Stolz wies in diesem Zusammenhang auch auf die aktuellen Einschränkungen im Schulbetrieb hin und erläuterte, dass tagtäglich die Interessen und die Bedürfnisse aller Mitglieder der Schulfamilie neu abgewogen werden müssten. Dabei ginge es auch darum, die außerschulischen und die schulischen Aktivitäten in einen harmonischen Einklang zu bringen.</p><p><br />BDKJ-Diözesanvorsitzende Vanessa Eisert erklärt hierzu: „Schulisches und soziales Lernen bedingen einander, schließlich hängt schulischer Erfolg zu einem großen Teil auch von sozialen Faktoren wie dem Klassen- und Lernklima ab.“ Auch Kultusstaatssekretärin Anna Stolz betonte: „Schule ist mehr als ein Ort der bloßen Wissensvermittlung. Schule ist ein Sozialraum, in dem Menschen sich begegnen und voneinander lernen. Leider kam das in den letzten Monaten bisweilen zu kurz, doch Corona ließ uns keine andere Möglichkeit. Nun haben wir den Präsenzbetrieb wieder hochgefahren und kehren damit auch zumindest ein Stück weit zu der Schule zurück, wie wir sie kennen und schätzen.“<br />Ein wichtiges Anliegen der Vertreter des BDKJ war die Einbindung außerschulischer Partner auch während der pandemie-bedingten Einschränkungen: „Es ist notwendig, hier differenziere und kreative Lösungen zu suchen“, so Sebastian Dietz, BDKJ-Diözesanvorsitzender. Mit vielfältigen Angeboten in den Sommerferien und zu Schulbeginn hatten Träger der außerschulischen Bildungsarbeit dafür gesorgt, dass auch im Sommer 2020 unter strenger Einhaltung aller Hygieneauflagen Maßnahmen der Jugendarbeit möglich waren. Deshalb hofft der BDKJ-Diözesanverband im Namen sämtlicher Träger der außerschulischen Bildung auf veränderte Möglichkeiten für mehrtägige Schülerfahrten im zweiten Schulhalbjahr. Dass dann wieder Klassenfahrten erlaubt werden, sieht Anna Stolz als durchaus realistisch an - wenn auch selbstverständlich vorbehaltlich der Entwicklung des Infektionsgeschehens.</p></div><div><p>Als Partnerin in der Zusammenarbeit von schulischer und außerschulischer Jugendbildungsarbeit blickt Anna Stolz anerkennend und wertschätzend auf die Arbeit der vielen Träger, die sie mitunter auch aus der Kooperation ihrer eigenen Projekte kennt. „Die Jugendbildungsarbeit ist stets eine starke Stütze für die Aus- und Weiterbildung der Schüler*innen. Dies konnte man beispielhaft bei der diesjährigen Ferienbetreuung im Kilianeum - Haus der Jugend sehen. Für dieses außergewöhnliche Engagement bedanke ich mich bei allen Beteiligten sehr.“<br />Aus dem gemeinsamen Bemühen um die Bildung unter den coronabedingten Einschränkungen sind bereits erste Ideen für ein Kooperationsprojekt im Frühjahr 2021 entstanden. Denn klar ist: Schulische und außerschulische Bildung werden auch in Zukunft starke Partner für eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung der bayerischen Schüler*innen sein.</p></div>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Jugendpolitik</category><category>Bildung ist mehr als Schule</category><category>Politikergespräche</category><category>Startseite</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44463</guid><pubDate>Tue, 04 Aug 2020 16:16:50 +0200</pubDate><title>Kinder und Jugendliche sind nicht nur Schülerinnen und Schüler!</title><link>https://www.bdkj-wuerzburg.de/detailansicht-nachrichten/ansicht/kinder-und-jugendliche-sind-nicht-nur-schuelerinnen-und-schueler/</link><description>Miltenberg, 4. August. „Ich bin da ganz bei Ihnen. Kinder und Jugendliche brauchen jetzt in diesen schwierigen Zeiten auch außerhalb von Schule Orte, wo sie sich mit ihren Freunden treffen können und fernab von Lehrplänen und Leistungsdruck gemeinsam Zeit verbringen können.“, betonte Landtagsabgeordneter Berthold Rüth (CSU) beim Gespräch mit dem Kreisjugendring (KJR) Miltenberg, dem Würzburger Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Regionalstelle für Kirchliche Jugendarbeit im Landkreis Miltenberg und dem Jugendhaus Sankt Kilian. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Akteure der außerschulischen Jugendbildung und Jugendverbandsarbeit teilten am Montag, 3. August Herrn Rüth ihre Sorge mit, dass Kinder und Jugendliche immer wieder und in Zeiten von Corona noch verstärkter nur noch auf ihre Rolle als Schülerinnen und Schüler reduziert werden. Deutlich werde dies an der am 9. Juli 2020 veröffentlichten Anordnung des Bayerischen Kultusministeriums, in welcher mehrtägige Klassenfahrten bis Ende Januar 2021 verboten werden. In der Begründung der Anordnung heißt es: „Der Fokus im ersten Halbjahr des neuen Schuljahres 2020/21 soll und muss auf der Erteilung von Unterricht liegen, um Unterschiede im Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler, die sich infolge des pandemiebedingten eingeschränkten Schulbetriebs ergeben haben, bestmöglich auffangen zu können.“ Gleichzeitig werden gemäß der Anordnung aber Klassenfahrten erlaubt, die eine Berufsorientierung als inhaltliches Ziel verfolgen. Lukas Hartmann, Leiter des Jugendhauses St. Kilian, kann die inhaltliche Begründung nicht nachvollziehen: „Dem Kultusministerium geht es nicht vorrangig um Fragen des Gesundheitsschutzes und um die Einhaltung der Infektionsschutzverordnung, sonst würden sie generell alle Schulfahrten untersagen. Die Ausnahme von Berufsorientierungsmaßnahmen offenbart das Bildungsverständnis, dass das Kultusministerium vertritt. Es geht ihnen nur um eine formale schulische Bildung.“&nbsp;<br />An diesem Punkt setzte die BDKJ-Diözesanvorsitzende Christina Lömmer mit ihrer Kritik an: „Wieder einmal wird deutlich, dass es nur um die wirtschaftliche Verwertbarkeit von jungen Menschen geht. Außerhalb der Schule, in den Vereinen und Jugendverbänden oder bei Maßnahmen der Jugendbildungshäuser finden auch wichtige Lern- und Bildungsprozesse statt, die erheblich zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beitragen. Sie erwerben hier Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen, die es später im Berufsalltag auch braucht.“</p><p>Jugendseelsorger Pfarrer Bernd Winter von der Regionalstelle für Kirchliche Jugendarbeit berichtete von zahlreichen Gesprächen, die er in den vergangenen Wochen und Monaten mit Jugendlichen geführt hatte: „Die jungen Leute haben sehr unter der häuslichen Isolation gelitten, ihnen fehlte der Kontakt zu Freunden und Schulkameraden.“ Sie bräuchten jetzt mehr den je Gemeinschaftserlebnisse, die sie normalerweise in Gruppenstunden, bei Gottesdiensten oder bei Ferienangeboten wie Zeltlagern erfahren würden. Von ähnlichen Erlebnissen berichtete auch Alison Wölfelschneider, ehrenamtliche Vorsitzende des Miltenberger KJR und Leiterin ihrer örtlichen Jugendfeuerwehr: „Meinen Mädels und Jungs bei der Jugendfeuerwehr fehlt der regelmäßige Kontakt zu den Gleichgesinnten und damit auch das Ventil, ihre Frusterlebnisse und ihre negativen Erfahrungen, die sie im Alltag in Familie, Schule oder mit Freunden machen, rauszulassen.“ Bestätigt werden die Eindrücke von Winter und Wölfelschneider durch die gerade veröffentlichte „COPSY-Studie“ des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Diese hat bei einer Befragung von 1.000 Kinder und Jugendlichen festgestellt, dass sich die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen in Deutschland während der Corona-Pandemie vermindert hätte und sie zunehmend unter psychischen und psychosomatischen Auffälligkeiten leiden würden.<br />Jenniffer Hartmann, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings, sah die Bedeutung von Ferienmaßnahmen und Klassenfahrten für die Entwicklung junger Menschen durch die „COPSY-Studie“ belegt: „Die Befragungen des Hamburger Universitätsklinikums zeigen, wie wichtig gerade jetzt positive Erlebnisse und Gemeinschaftserfahrungen für Kinder und Jugendliche sind, um die negativen Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. Ein gemeinsamer Abend am Lagerfeuer, ein Spielenachmittag oder eine Schnitzeljagd - alles Klassiker der Jugendarbeit - können Kindern und Jugendliche ein Stück Normalität zurückbringen.“</p><p>Landtagsabgeordneter Rüth zeigte Verständnis für die Kritikpunkte und versprach, diese mit nach München zu nehmen und mit dem Staatsminister für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Michael Piazolo, zu besprechen. Er wolle für eine möglichst regionale Umsetzung der Anordnung des Kultusministeriums werben: „Es muss möglich sein, dass die Schulleitungen vor Ort auf Grundlage des aktuellen Infektionsgeschehens im Landkreis entscheiden dürfen, ob die Durchführung einer Klassenfahrt möglich und sinnvoll ist oder eben nicht.“ Gleichzeitig bat er um Verständnis, dass sich die Verantwortlichen in München &nbsp;Entscheidungen im Hinblick auf Lockerungen nicht leicht machen würden, da sie verschiedene Interessen und Anliegen im Blick hätten und diese miteinander vereinbaren wollen und müssen.<br />Hartmann bat Herrn Rüth um eine zügige politische Lösung: „Die Situation fürs Jugendhaus ist ernst. Durch den Lockdown sind seit März allein rund 40 außerschulische Jugendbildungsmaßnahmen ausgefallen, das waren rund 3.100 Übernachtungen. Wenn die aktuelle Anordnung bestehen bleibt, fallen uns bis Ende Januar weitere 35 mehrtägige Veranstaltungen aus, die wir normalerweise mit Schulen aus dem Landkreis Miltenberg und Aschaffenburg durchführen würden. Weitere 30 außerschulische Maßnahmen anderer Veranstalter und Akteure wären davon auch betroffen.“ Wenn die Anordnung tatsächlich erst zum zweiten Halbjahr aufgehoben werden würde, gäbe es vielleicht im Sommer 2021 die eine oder andere Jugendbildungsstätten als Orte von Schullandheimaufenthalten, Tagen der Orientierung oder Tutorenschulungen nicht mehr.</p>]]></content:encoded><category>Jugendpolitik</category><category>Bildung ist mehr als Schule</category><category>Startseite</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44416</guid><pubDate>Fri, 31 Jul 2020 17:51:41 +0200</pubDate><title>Bildung ist mehr als Schule!</title><link>https://www.bdkj-wuerzburg.de/detailansicht-nachrichten/ansicht/bildung-ist-mehr-als-schule/</link><description>Reduzierung der Schüler nur noch auf schulisches Lernen?
Persönlichkeitsstärkung durch Klassenfahrten, die Schule alleine nicht leisten kann!
Außerschulische Jugendarbeit und Klassenfahrten gerade jetzt wichtig und wertvoll!</description><content:encoded><![CDATA[<p>Durch das Verbot von Klassenfahrten in Bayern bis Ende Januar 2021 ist in den letzten Tagen eine lebhafte Diskussion in Gang gekommen. Um diese aufzugreifen, aber auch einen Blick auf die zurückliegenden Lockdownwochen zu werfen, trafen sich Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Jugendarbeiter zu einem Sommergespräch auf dem Volkersberg.&nbsp;</p><p>Die aktuelle Coronapandemie hat massive Auswirkungen auf das gesamte gesellschaftliche Leben in unserem Land. So auch auf Kinder und Jugendliche und natürlich auch auf die außerschulische Jugendarbeit und deren Akteure. „Während des Lockdowns hat meinen Kindern der soziale Kontakt gefehlt. Als Eltern mussten wir sehr viel abfangen.“, berichtet Roland Heß vom Elternbeirat der Realschule Bad Brückenau. „Für meine Kinder war es schlimm, keine Freunde mehr treffen zu dürfen.“ ergänzte Valerie Diemer, Ausbildungsreferentin des Bistums Würzburg und Mutter von drei Kindern. Dass sich Kinder und Jugendliche während des Lockdowns weitgehend alleingelassen gefühlt und unter der Isolation gelitten haben, bestätigt auch die aktuelle Studie des Forschungsverbunds „Kindheit - Jugend - Familie in der Coronazeit“ der Universitäten Hildesheim, Frankfurt und Bielefeld.</p><p>Für Heß und Diemer ist es gerade jetzt wichtig, dass junge Menschen wieder die Möglichkeiten der außerschulischen Jugendarbeit nutzen können. Klassenfahrten seien ein wichtiger Bestandteil davon. Bei diesen Angeboten geht es vor allem um eine Stärkung von Sozialkompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Im Mittelpunkt stehen die Förderung individueller Fertigkeiten zur Lebensbewältigung, zwischenmenschliche Kooperation und Kommunikation in der Gruppe. Dies bezeugt auch Stephan Heil, Erziehungsleitung im Kinder- und Jugendorf St. Anton Riedenberg: „Kinder, die vor Corona schon Angebote der Jugendarbeit wahrgenommen haben oder außerhalb des rein schulischen Lernens gefördert wurden, sind während des Lockdowns besser zurecht gekommen“.</p><p>Das bayerische Kultusministerium hat am 9.7.2020 jedoch Klassenfahrten bis Ende Januar 2021 verboten. Die Begründung dafür war nicht die aktuelle Pandemieentwicklung, sondern das Aufholen von Unterrichtsstoff. Im Schreiben des Kultusministeriums heißt es: „Der Fokus im ersten Halbjahr des neuen Schuljahres 2020/2021 soll und muss auf der Erteilung von Unterricht liegen, um Unterschiede im Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler, die sich infolge des pandemiebedingten eingeschränkten Schulbetriebs ergeben haben, bestmöglich auffangen zu können.“ Beim Sommergespräch äußersten alle Anwesenden ihre Sorge und Betroffenheit darüber, dass Schüler nun nur noch auf das schulische Lernen reduziert werden. „In der Schule wird vor allem theoretisches Fachwissen vermittelt. Jugendarbeit geht darüber hinaus. Hier lernt man Toleranz, Gemeinschaft, Konfliktfähigkeit und vieles mehr. Die Klassenfahrten braucht es gerade jetzt.“ so Edwin Eirich, der in diesem Sommer am Bad Brückenauer Gymnasium sein Abitur gemacht hat. Lisa Bühner aus Oberbach besucht das Gymnasium Bad Kissingen und ist ehrenamtliche Gruppenleiterin bei der KJG und KLJB. Sie ergänzt: „Zwischenmenschliches und soziale Kompetenzen kommen in der Schule zu kurz. Bei Jugendfreizeiten und Klassenfahrten kommen verschiedenste Jugendliche zusammen. Man knüpft Freundschaften, kommt in den Austausch und lernt die Welt kennen.“. Der Schülersprecher des Gymnasiums Bad Brückenau, Marlon Benkert, fasst die Erfahrungen junger Menschen trefflich zusammen: „Denken sie doch einmal an ihre eigene Schulzeit. An was erinnern sie sich zehn oder zwanzig Jahre später noch: an die Mathematikstunde oder an die Klassenfahrt?“.</p><p>Bereits im Jahr 2002 hat das Bundesjugendkuratorium festgestellt: Bildung ist mehr als Schule! In der damals veröffentlichten Positionierung heißt es „Bildung ist der umfassende Prozess der Entwicklung und Entfaltung derjenigen Fähigkeiten, die Menschen in die Lage versetzen, zu lernen, Lernpotentiale zu entwickeln, zu handeln, Probleme zu lösen und Beziehungen zu gestalten. Junge Menschen in diesem Sinne zu bilden, ist nicht alleine Aufgabe der Schule.“ Dass dies auch 18 Jahre später noch aktuell ist bestätigt Petra Wiesner-Molitor vom Elternbeirat des Gymnasiums Bad Brückenau: „In der Schule geht es oft darum, Wissen zu konsumieren und wiederzugeben. Das werden Eltern und Kinder im nächsten halben Jahr noch deutlich spüren. Wir müssen jetzt gemeinsam eine Veränderung anstoßen. Wir müssen schulisches Lernen mit sozialen Lernen zusammenbringen“. Margareta Weiß aus Bad Brückenau ist Realschullehrerin im Vorruhestand. Sie kam viele Jahre mit ihren Schulklassen auf den Volkersberg: „Bei Angeboten der Jugendarbeit bekommen die Schüler eine Persönlichkeitsstärkung, die Schule alleine gar nicht leisten kann. Das darf gerade jetzt nicht wegbrechen.“.</p><p>Die die Veranstalter des Sommergesprächs Sebastian Dietz vom BDKJ Diözesanverband Würzburg, Roland Pietryga von der kja Regionalstelle Bad Kissingen und Ralf Sauer von der Jugendbildungsstätte Volkersberg waren sich beim abschließenden Blick auf ihre eigene Biographie einig. Vieles was sie in ihrem Leben und ihrem Beruf brauchen, haben sie in der Jugendarbeit gelernt. „Die außerschulische Jugendbildung ist für junge Menschen sehr wertvoll. Ohne die Jugendarbeit wäre ich heute nicht derjenige, der ich bin“ berichtete Dietz. „Es braucht außerschulische Jugendarbeit auch für Schulklassen. Gerade jetzt in dieser für alle schwierigen Zeit“, so das Fazit von der Geschäftsführerin des Bezirksjugendrings Unterfranken Tina Muck.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Jugendpolitik</category><category>Bildung ist mehr als Schule</category><category>Startseite</category></item></channel></rss>