Das Seminar begann am Montag mit einer kurzen Kennenlernrunde und Spielen im Garten des schönen Landjugendhaus in Dipbach. Ein Highlight war wie jedes Mal die exzellente Auswahl von Snacks und Getränken, mit denen wir empfangen wurden. Daraufhin gab es einen meditativen rückblickenden Impuls in gemeinsamer Plenarrunde, mit welchem wir in die Einzelarbeit entlassen wurden. Diese bestand daraus, das Jahr künstlerisch zu reflektieren und dabei Sinnbilder für die unterschiedlichen Situationen in unseren Einsatzländern zu nutzen. In den Landschaften wurden so Berge zu persönlichen Hindernissen, Brücken zu vertraulichen Beziehungen zu unseren Mitmenschen oder Sterne zu Zeichen innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Spätestens die Spätzle mit vegetarischem Gulasch sorgten für besagte Ausgeglichenheit bei uns allen:) Nach kurzem Ausruhen und frische Luft schnappen wurde dann in vollen Zügen der Tischkicker sowie die Tischtennisplatte bis tief in die Nacht genossen.
Unser zweiter Tag des Rückkehrseminars begann nach dem Frühstück mit einer Tagebucheinheit. Anschließend haben wir uns in Dreier- und Vierergruppen aufgeteilt und unseren Weltfreiwilligendienst anhand von ausgedruckten Bildern, die jede*r mitgebracht hatte, den anderen vorgestellt. Dabei haben wir einen persönlichen Jahresrückblick gestaltet. Es war unglaublich spannend und interessant zu hören, was die anderen erlebt haben. Durch die Bilder konnten wir uns viele Erlebnisse und Erfahrungen noch besser vorstellen. Dafür haben wir uns ungefähr zwei Stunden Zeit genommen, sodass jede Person ausführlich von ihrem Einsatz berichten konnte. Nachdem alle von ihrem Freiwilligendienst erzählt hatten, haben wir gemeinsam zu Mittag gegessen.
Anschließend haben sich die Freiwilligen aus Würzburg und Bamberg mit ihren jeweiligen Referent*innen zusammengesetzt, um verschiedene Themen zu besprechen. Dabei ging es sowohl um organisatorische Dinge, wie zum Beispiel die Fahrtkostenerstattung, als auch um eine erneute Reflexion des vergangenen Jahres: Wie haben wir uns verändert? Was ist gleich geblieben oder vielleicht sogar nicht mehr da? Was ist neu hinzugekommen? Diese Reflexion hat uns noch einmal die Möglichkeit gegeben, genauer über die Veränderungen während unseres Freiwilligendienstes nachzudenken und unsere Gedanken schriftlich festzuhalten. Auch der anschließende Austausch mit den anderen Freiwilligen war sehr interessant und hat uns neue Perspektiven eröffnet.
Im Anschluss an die Treffen in den Entsendeorganisationsgruppen hatten einige Freiwillige bereits ihr Einzelgespräch mit den Referentinnen. Zum Abschluss des Abends haben die Tansania-Freiwilligen tansanisch gekocht. Es gab Pilau, Kachumbari, Cabbage, Chapati und Bohnen. Pilau ist ein würziges Reisgericht, Kachumbari ein frischer Salat aus Tomaten, Zwiebeln und weiteren Zutaten. Die verschiedenen Gerichte waren nicht nur unglaublich lecker, sondern auch eine schöne Möglichkeit, einen Teil der tansanischen Küche kennenzulernen.
Nach einem leckeren Frühstück und der Tagebucheinheit zum Thema „Welche Person bei uns die meisten Spuren während des WFD hinterlassen hat“ haben wir uns am Mittwoch mit den Phasen der Rückkehr beschäftigt. Zunächst haben wir noch einmal einen Blick auf die Phasen des Kulturschocks in unserem Einsatzland geworfen, bevor uns die Phasen der Rückkehr in der Theorie erklärt wurden. Da das aber bei jedem, genau wie der Kulturschock im Einsatzland, unterschiedlich abläuft, haben wir uns in kleine Gruppen aufgeteilt und uns bei einem Spaziergang darüber ausgetauscht. Als Unterstützung haben wir Fragen bekommen, die wir uns gegenseitig stellen konnten. Anschließend haben wir uns Bewältigungsstrategien zu Themen überlegt, die uns aktuell nach der Rückkehr beschäftigen, wie etwa dem Konsumverhalten in Deutschland im Vergleich zum Einsatzland. Am Nachmittag hatten wir Einzelgespräche mit unserer zuständigen Referentin. Abends wurden wir lecker von den Brasilien-Freiwilligen bekocht. Es gab brasilianisches Vatapá, Brigadeiros und Caipirinha. Anschließend wurden Tänze aufgeführt und wir haben ein Quiz über das Land gemacht.
Am Donnerstag startete der Tag nach der morgendlichen Tagebucheinheit mit dem Thema „Vorurteile“. Dabei beschäftigten wir uns mit Vorurteilen gegenüber dem Globalen Süden und ehemals kolonialisierten Ländern. Außerdem ging es darum, wie wir in der Berichterstattung über diese Länder vermeiden können, bestehende Vorurteile weiterzutragen und stattdessen möglichst realitätsnah und differenziert zu berichten.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen besuchten uns unsere Kooperationspartner*innen, mit denen wir uns in verschiedenen Gesprächen austauschen und gemeinsame Themen besprechen konnten.
Am Abend gestaltete die Ländergruppe Senegal einen abwechslungsreichen und unvergesslichen Abend. Neben einem Quiz erwartete uns ein leckeres Abendessen mit Yassa Poulet, Fattaaya und Bisap. Der Abend war ein voller Erfolg.
Später trafen sich noch viele Teilnehmende zu einer Runde Tischtennis im Keller. Trotz des sportlichen Ehrgeizes blieb die Stimmung ausgelassen und freundschaftlich.
Auch in der Nacht wurde noch viel gelacht, diskutiert und gemeinsam Zeit verbracht, sodass der Donnerstag einen schönen und geselligen Abschluss fand.
Am Freitag haben wir Porridge gefrühstückt. Anschließend ging es um Engagement nach dem Freiwilligendienst und der Möglichkeit, sich mit anderen Ehemaligen zu vernetzen. In Zusammenhang damit ist eine ehemalige Freiwillige, die in Tansania war, gekommen und hat von einem Verein, in dem sie Mitglied ist und der sich in ihrem Einsatzort Rulenge im gesundheitlichen Bereich engagiert, erzählt. Wir haben noch über die Kürzungen im Bereich der Freiwilligendienste diskutiert und Beteiligungsmöglichkeiten an die Hand bekommen. Nach einer Reflexion über das Seminar, einem leckeren Mittagessen und letztem Aufräumen ging es für uns dann nach Hause.


